Nutzerverhalten: Die Metrik, auf die du dich als Product Owner fokussieren solltest, um Wert zu maximieren

Über 100 Jahre Industriezeitalter haben uns gelehrt, dass die Lieferung von Produkten den Erfolg eines Unternehmens bestimmt.

Diese Zeit ist vorbei.

Wir leben in einer von der Technologie getriebenen, sich ständig verändernden Welt. Mehr Output zu produzieren macht unsere Anwender und Kunden nicht automatisch erfolgreicher. Wert bedeutet nicht mehr, dass etwas wie designed funktioniert, sondern dass der Nutzer durch unseren Output sein Verhalten so ändert, dass es sich positiv auf die Geschäftsziele auswirkt.

Das Verhalten der Nutzer ist der Schlüssel, den Wert des Produkts zu maximieren.

Bei meiner Arbeit mit unerfahrenen Product Ownern stelle ich fest, dass nur wenige dies verstanden haben. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche und verwirrende Definition der Begriffe: Aktivität, Output, Outcome und Impact. Um die Verwirrung aufzuklären, möchte ich jeden dieser Begriffe auf der Grundlage meiner Erfahrung als Product Owner und Professional Scrum Trainer definieren. Es geht mir darum, ein gemeinsames Verständnis herzustellen, damit wir in Zukunft besser voneinander lernen können, wie wir als Product Owner den Wert der Arbeit der Entwickler maximieren.

Outcome

Werfen wir einen Blick auf jeden Begriff:

Activity: Investierte Arbeitszeit

Hierbei handelt es sich um Dinge, die Menschen in der Organisation tun.

Beispiel für Aktivitäten sind die Teilnahme an Meetings und Diskussion, das Schreiben von Code, das Erstellen von Designs und Berichten, das Besuchen von Vorträgen oder auch Konferenzen und so weiter.

Aktivitäten beschreiben, wie wir die Arbeit verrichten, um Output für unser Unternehmen zu generieren.

Output: Produzierte Güter

Das sind die Dinge, welche die Organisation produziert.

Dazu gehören Produkt-Release (einschließlich Features und Funktionen), Content, Dienstleistungen, Berichte, Bug-Reports, Strategien, Programme, Initiativen und Projekte. Am Ende eines jeden Arbeitstages ist der Output das, was wir produziert haben. Das, was in der Produktion vom Band rollt. Es ist das, was unsere Nutzer und Kunden bei uns kaufen, nutzen und konsumieren.

Beispiele für Output sind eine neue Chat-App, eine schnellere Möglichkeit, meine Quittungen für Spesenabrechnungen zu scannen, eine neue Urlaubsregelung im Unternehmen oder eine Initiative für mobiles Arbeiten im Büro und zu Hause.

Outcome: Ergebnis für die Nutzer

Das ist das erwünschte Ergebnis, welches Nutzer oder Anwender unseres Produktes erfahren, wenn wir ihnen den Output zur Verfügung stellen.

Das Ergebnis beantwortet die Frage: “Was machen die Menschen jetzt anders, nachdem wir einen Output geliefert haben?” Ergebnisse sind keine Produktfunktionen oder Produktfeatures. Es sind Metriken. Ein Ergebnis ist zum Beispiel nicht: “Wir haben die App ausgeliefert”. Stattdessen lautet ein Outcome: “50 % unserer Zielgruppe hat ein Upgrade auf die neue App vorgenommen.” Die Ergebnisse sagen uns, wann wir etwas Wertvolles geliefert haben. Sie messen empirisch, ob wir die Nutzererfahrung für unsere Zielgruppe verbessert haben.

Outcomes sind Frühindikatoren (Leading Indicators) dafür, ob der Output, neben Wert für unseren Nutzer und Kunden (Customer Value), auch Wert für unser Unternehmen erzeugen wird. Es sind taktische Kennzahlen, die uns ein Gefühl dafür geben, wie sich unser Impact in Zukunft entwickeln werden.

Impact: Auswirkung auf unsere Geschäftszahlen

Ein Impact drückt aus, welche Auswirkung das Ergebnis für unsere Nutzer und Kunden auf den Zustand unseres Unternehmens hat.

Impact-Metriken sind die wichtigsten Messgrößen für die Gesundheit unseres Unternehmens. Diese Metriken findet man häufig auf einem KPI-Dashboard für das Management. Absatz, Umsatz, Gewinnspanne, Kundenzufriedenheit, Abwanderung sind nur einige Beispiele, die man als Impact-Metriken bezeichnen kann.

Impact Metriken sind nachlaufende Indikatoren (Lagging Indicators). Mit anderen Worten, sie blicken zurück auf Dinge, die bereits geschehen sind und sie drücken den Wert des Unternehmens aus (Business Value).

Customer Value = Business Value

Wenn wir als Product Owner dafür sorgen, dass unser Scrum Team Produkte baut, die

  • die Anwendern und Nutzer erfolgreich machen
  • ihre Zeit respektieren und
  • bei der Verwendung ein Lächeln ins Gesicht zaubern, da sie echtes Probleme auf sinnvolle Weise lösen,

dann werden unsere Kunden uns mit

  • höherem Umsatz
  • größerer Loyalität und
  • kostenlose Werbung durch Weiterempfehlung an ihre Freunde belohnen.

Als erfolgreiche Product Owner haben wir verstanden, dass Business Value und Customer Value zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Den Wert unseres Produkts zu maximieren bedeutet, die Ergebnisse für unsere Anwender zu maximieren.

Stimmen diese Definitionen mit der Arbeitsweise in deinem Unternehmen überein? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Simon Flossmann
Simon Flossmann
Als Professional Scrum Trainer bei Scrum.org hilft Simon Scrum Masters, Product Ownern und Agile Leaders, Scrum effektiv einzusetzen, um agiler zu werden.

Noch mehr lernen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Lust auf Input?

Newsletter

Melde Dich an und erhalte regelmäßig spannende Beiträge!